Wir machen uns stark für das Menschenrecht auf gesunde Raumluft und stoppen die Laserdrucker

Liebe Mitglieder des Stiftungsrates, liebe Stifterinnen und Stifter, liebe Förderer, liebe Freunde und Leser!

2016 war für unsere Stiftung das erfolgreichste Jahr. Im Mittelpunkt stand neben dem vorläufigen Abschluss der wissenschaftlichen Aufklärung vor allem unsere politische Überzeugungsarbeit, gestützt durch unsere online-Petition „Machen Sie sich stark für gesunde Raumluft…“ auf Campact we act an Bundesumweltministerin Hendricks und Ihre Kollegen für Arbeit, Gesundheit, Verbraucherschutz und Forschung, die von Tausenden Bürgern unterstützt wird. Auf unserer fünften Stifterversammlung am 25.06.2016 in Hildesheim haben wir unser Konzept nC-2.0 zur Verbesserung unserer Stiftungsarbeit und unsere neue Webseite auf www.nano-control.org vorgestellt.

nano-Control auf der Biennale Architettura in Venedig

nano-Control: Art act- auf der Biennale Architettura in Venedig für gesunde Raumluft

Auf der Biennale in Venedig haben wir im August auf Einladung des Hamburger Umweltinstitutes erstmals international auf die Gefahren durch Laserdrucker aufmerksam gemacht und als Film auf YouTube präsentiert.

Am 25.08.2016 hat die Bundesregierung in dem Artikel „Luftverschmutzung macht krank“ erstmals explizit auf lebensgefährliche Erkrankungen durch ultrafeine Partikel aus Laserdruckern hingewiesen, sogar auf Lungenkrebs.

Im September haben wir in Umwelt-Medizin-Gesellschaft den aktuellen Stand der Forschung aus über 150 Studien aus aller Welt publiziert. Zum Jahresende schließen wir unsere Untersuchung auf Metalle in Tonern ab. Die Ergebnisse von 70 Analysen und die der von uns geförderten Freiburger Studien werden 2017 vorgestellt.

Auch auf der Lösungsseite tut sich viel. Konica Minolta baut als erster Hersteller Filter ein. Brother bietet Adapter für Nachrüstfilter an und mehrere Hersteller alternative Drucktechnik mit Tinten-, Wachs- und Geldruckern, die bis zu 90 % Abfall und Strom sparen und 50 % Druckkosten. Samsung, Dell und Lexmark steigen aus dem Druckergeschäft aus. Kein Zweifel, die verstaubte und gefährliche Laserdrucktechnik ist am Ende, da hilft auch kein Blauer Engel.

Aber noch blasen weltweit über eine Milliarde Geräte ungefiltert Milliarden Partikel pro Seite in die Atemluft. Die gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen sind verheerend. US-Studien deuten sogar auf Demenzgefahr durch die Partikel aus den Druckern. Die schriftlichen Meldungen von betroffenen Menschen, darunter schon Kinder, reißen nicht ab. Es gibt kaum medizinische Hilfe. Viele Menschen werden chronisch krank und berufsunfähig. In Berufskrankheitenverfahren sind sie praktisch chancenlos, werden zermürbt und oft zum Sozialfall. Umwelterkrankungen werden in Deutschland laut Bundessozialgericht immer noch den psychischen Erkrankungen gleichgestellt.

Im Dezember erfuhren wir, dass das IUK Freiburg, das größte Institut für Umweltmedizin in Deutschland, das mit unserer Unterstützung seit 2004 maßgeblich zur Aufklärung der Gesundheitsgefahren durch Laserdrucker beige-tragen hat, zerschlagen wird. Dies ist kein Einzelfall. Keine Umweltmedizin – keine Umwelterkrankten! Der Forscher der Druckerindustrie dagegen wurde mit dem Vorsitz der Innenraumluftkommission beim Umweltbundesamt belohnt, die keinen Handlungsbedarf sieht. So geht Lobbyismus!

Unsere Petition für gesunde Raumluft setzt sich auch für einen menschenwürdigen Umgang mit Umwelterkrankten und die Stärkung der klinischen Umweltmedizin ein. Unterstützen und verbreiten Sie unsere Petition und sichern Sie unsere Arbeit schon ab 50 €/ Jahr als Förderer, damit wir 2017 die vermeidbare und kriminelle Belastung unserer Atemluft stoppen.

Herzlichen Dank allen Helfern, frohe Weihnachten und uns allen ein gesundes und erfolgreiches 2017!

Ihr nano-Control-Vorstandsteam
Achim Stelting, Heike Krüger & Jürgen Gentemann

 

nano-Control – für gesunde Raumluft, unsere Erfolgsbilanz 2016

Schädigungen durch Toner und Laserdruckgeräte an die Öffentlichkeit zu bringen, sie wissenschaftlich aufzuklären und zu stoppen und den Betroffenen zu helfen, sind die satzungsgemäßen Aufgaben unserer Stiftung, für die wir uns mit Überzeugung einsetzen.

Information und Öffentlichkeitsarbeit

  • 2016 haben wir nach acht Jahren unsere Webseite völlig neu gestaltet und auf nano-control.org umgestellt. Sie ist übersichtlich, klar und deutlich und noch informativer! Ein besonderes Informationsangebot bieten wir registrierten Betroffenen und unserem Team.
  • Mit unserer Petition für gesunde Raumluft auf Campact we act (https://weact.campact.de/p/gesunde-raumluft-tinte-statt-toner) haben wir konkrete Forderungen an die zuständigen Bundesminister gerichtet, Tausende Unterschriften gesammelt, und in weit über 1.000 Gesprächen auch Menschen persönlich informiert. Die Petition, die bis dato von fast 3.500 Menschen unterzeichnet wurde und der 1.000 folgen, wird solange fortgesetzt, bis die Forderungen erfüllt sind. Im Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin hat unsere Initiative für gesunde Raumluft inzwischen fast 18.500 Stimmen.
  • Über 700 Personen folgen uns auf Facebook und 453 auf Twitter.
  • In vielen Gesprächen, Telefonaten und Schreiben haben wir auch 2016 gegenüber Politik und Behörden Überzeugungsarbeit geleistet und deutlich Position bezogen. Das Bundesumweltministerium verweigert den Dialog mit uns, aber wir lassen nicht locker.
  • Mit acht Pressemeldungen haben wir die Öffentlichkeit informiert, z. B. über das Eingeständnis lebensgefährlicher Gesundheitsschädigungen durch ultrafeine Partikel aus Laserdruckern durch die Bundesregierung, über unsere Auftritte auf der Biennale in
    Sarah Wiener im Gespräch mit Heike Krüger und Achim Stelting

    Sarah Wiener im Gespräch mit Heike Krüger und Achim Stelting

    Venedig, der TTIP-Demo und dem c2c-Kongress in Lüneburg, wo u. a. Sarah Wiener und Franz Alt unsere Petition unterschrieben haben. Über unseren internationalen Auftritt in Venedig hat Paula Parusel einen Film gedreht und auf YouTube gestellt. Zum Weltalzheimertag haben wir über die Demenzgefahr aus dem Drucker informiert und zuletzt über einen sehenswerten Farbanschlag auf Ex-F1 Weltmeister Lewis Hamilton. Die Resonanz der Medien war erstmals auffällig zurückhaltend.

  • Seit Juli 2016 nutzen wir ein professionelles Newslettersystem und haben seither die Follower mit 14 Newslettern informiert. Auch Nichtbetroffene können sich jetzt anmelden.
  • Seit Gründung der Stiftung haben wir weit über 200.000 Flyer verteilt und versandt. Auf der Webseite stehen zudem verschiedene stets aktuelle Informationsblätter für Mediziner, Arbeitgeber, Hotels und Restaurants sowie Schulen und Kitas zum Download bereit.

Forschung

nano-Control hat sich vor allem gegründet, um für die notwendige Erforschung der Risiken zu sorgen, die der Staat versprochen, aber unterlassen hat. 2016 wurde die Aufklärung erfolgreich abgeschlossen, nachdem wir über 100.000 € an Spenden aufgebracht haben. Die Ergebnisse werden 2017 veröffentlicht

  • Nach der Expositionsstudie an Menschen konnte 2016 am IUK Freiburg auch die sog. Partikelstudie erfolgreich abgeschlossen werden. Durch Nachuntersuchungen von Tonern konnte nachgewiesen werden, dass die gefährlichen in Tonern gefundenen Metalle über die Emission in menschliche Lungenzellen eindringen und diese schädigen.
  • Die Studie hat uns veranlasst, Toner umfassend auf Metalle untersuchen zu lassen und die Analysen von 70 Tonern auszuwerten. Eine letzte Untersuchung läuft noch.
  • In der Ausgabe 3/2016 der Zeitschrift umwelt . medizin . gesellschaft wurde eine Auswertung zum Stand der Forschung auf der Basis von über 150 Studien aus aller Welt publiziert. Neben den Freiburger Studien sind insbesondere 15 Studien des Harvard-Center for Nanotechnology and Nanotoxicology hervorzuheben. Sie beweisen, dass sehr wohl auch relevante Mengen an Metallen und Kohlenstoff aus den Tonern freigesetzt werden und schädigen.
  • nano-Control hat 2016 wichtige Kontakte zu Forschern hergestellt, um für die weitere Aufklärung zu sorgen.

Hilfe für Betroffene

Kompetente und kostenlose Hilfe für betroffene Menschen ist seit über 18 Jahren ein Kernstück unserer Arbeit. Durch Konzentration auf ein Kompetenzteam von Beratern und wertvolle Informationen auf unserem neuen internen Webportal wurde unser Angebot 2016 weiter optimiert. Auch unsere Datenbank, die das Herzstück unserer Arbeit bildet, wird derzeit professionell überarbeitet und schon bald die Arbeit im Team erleichtern und eine optimale Information der Betroffenen ermöglichen.

Internes

  • Der Stiftungsrat wählte auf seiner Sitzung am 17. Juni 2016 Heike Krüger, Jürgen Gentemann und Achim Stelting in den Vorstand. Gabriela Michler war aus persönlichen Gründen nach acht Jahren nicht wieder angetreten. Die Stifterversammlung dankt ihr für Ihre geleistete Arbeit. Auf seiner konstituierenden Sitzung wählte der Vorstand am 18. Juni 2016 Achim Stelting zum Vorsitzenden, Heike Krüger zu seiner Vertreterin und Jürgen Gentemann zum Schatzmeister.
  • Durch das Konzept nC2.0 wurde die Stiftungsarbeit durch Schwerpunktsetzung auf die Information (Webseiten, Newsletter, Petition), Zentralisierung, Straffung der Betreuungsarbeit, Öffnung für Nichtbetroffene, verbesserte IT-Unterstützung und Vernetzung optimiert und international ausgerichtet. Das Team der Stiftung wurde vor allem durch Straffung und Zentralisierung der Beratungstätigkeit  verkleinert.
  • Die fünfte ordentliche Stifterversammlung fand am 18. Juni 2016 in Hildesheim unter dem Motto statt „Jetzt machen wir uns richtig stark für gesunde Raumluft. Die Stifterversammlung wählte Uwe Abtmeyer zu ihrem Vorsitzenden und Heike Nuck sowie Rolf Merkel zu Stellvertretern. Die Stifterversammlung betreut jetzt auch den Förderkreis.
  • Finanzen
    • Der Stiftungsrat hat dem Vorstand für das Geschäftsjahr 2015 Entlastung erteilt.
    • Die Stiftung hat durch eine neue Zustifterin jetzt 111 Stifter. Das Stiftungsvermögen erbringt, wie in den Vorjahren, aufgrund der Zinslage fast keine Einnahmen, so dass die Stiftungsarbeit weiterhin zu fast 100 % aus laufenden Spenden finanziert werden muss. Eine kontinuierliche Arbeit durch regelmäßige Spenden wird im zweiten Jahr durch den Förderkreis gesichert, der weiter vergrößert werden konnte.
    • Die finanzielle Entwicklung ist im achten Jahr trotz eines relativ geringen Spendenaufkommens wieder positiv, und die Kosten sind damit gedeckt.
    • Die Mitarbeiter der Stiftung arbeiten ehrenamtlich. Die Verwaltungskosten fielen 2016 auf einen absoluten Tiefstand. Dadurch kommen die Spenden zu einem sehr hohen Anteil direkt den Stiftungszielen zu Gute. Die Ausgaben entfielen zu über 80 % auf die Hauptaufgabe der Information, sowie auf das Tonerprojekt.
    • Der Finanzbericht 2016 wird dem Stiftungsrat, der Stiftungsbehörde und dem Finanzamt Hamburg-Mitte nach unabhängiger Kassenprüfung Anfang 2017 vorgelegt.

Ausblick 2017

Die Stiftung wird sich auch 2017 entschlossen dafür einsetzen, die vermeidbare und kriminelle Belastung unserer Atemluft zu stoppen. Wenn Sie unsere Arbeit wichtig finden, dann unterstützen Sie uns!

[Jahresbericht 2016 als PDF zum Download]