Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern – mögliche gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Folgen

Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern können die Raumluft mit ultrafeinen Partikeln, Tonerbestandteilen und weiteren Stoffen belasten. Für Menschen, die diesen Emissionen über längere Zeit ausgesetzt sind, stellt sich deshalb die wichtige Frage, welche gesundheitlichen Folgen damit verbunden sein können.

nano-Control liegen Tausende schriftliche Meldungen von Betroffenen aus unterschiedlichen Ländern und gesellschaftlichen Bereichen vor. Darunter befinden sich unter anderem Richter, Staatsanwälte, mehr als 200 Polizeibeamte, Ärzte, Wissenschaftler, Ingenieure und Journalisten. Sie berichten über gesundheitliche Beschwerden, die sie mit dem Umgang mit Tonerstäuben sowie den Emissionen beim Drucken und Kopieren mit Laserdruckern in Verbindung bringen.

Die geschilderten Beschwerden betreffen häufig die Atemwege, können nach den Erfahrungen der Betroffenen jedoch auch andere Organe und Körpersysteme einbeziehen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben verschiedene biologische Wirkungen von Druckeremissionen untersucht, darunter Entzündungsreaktionen, oxidativen Stress und zelluläre Veränderungen.

Typische Beschwerden

Zu den von Betroffenen häufig geschilderten Beschwerden gehören:

  • Beschwerden der Atemwege: Niesen, Schnupfen, Husten und Halsschmerzen; bei länger anhaltender Belastung werden auch Asthma und chronische Atemwegserkrankungen berichtet.
  • Augenbeschwerden: gerötete, juckende oder brennende Augen.
  • Hautreaktionen: Rötungen, Juckreiz und Pusteln, insbesondere an unbedeckten Körperstellen wie Gesicht, Dekolleté und Händen.
  • Kopfschmerzen sowie Beschwerden des Bewegungsapparates, insbesondere Muskelbeschwerden.
  • Entzündliche Beschwerden, unter anderem im Bereich der Blase oder Prostata.
  • Zahnfleischprobleme, beispielsweise Blutungen.
  • Kognitive und psychische Beschwerden: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Wortfindungsprobleme, ausgeprägte Erschöpfung und psychische Belastungen bis hin zu Depressionen.

Ein wichtiger Hinweis ist dabei der zeitliche Zusammenhang: Wenn Beschwerden während oder nach dem Aufenthalt in belasteten Räumen zunehmen und sich bei konsequenter Vermeidung der Exposition bessern, sollte dieser Zusammenhang ärztlich abgeklärt werden.

Wenn Sie selbst oder Menschen in Ihrem Umfeld entsprechende Beschwerden beobachten und einen Zusammenhang mit Toner, Laserdruckern oder Kopierern vermuten, bietet nano-Control kompetente und kostenlose Unterstützung bei der weiteren Klärung und beim Schutz vor möglicher Belastung.

Wenn aus Beschwerden chronische Erkrankungen werden

Was zunächst wie eine gewöhnliche Erkältung oder eine vorübergehende Reizung erscheinen kann, kann sich bei anhaltender Belastung zu erheblichen gesundheitlichen Problemen entwickeln.

Eine von nano-Control durchgeführte Befragung unter Betroffenen ergab:

  • mehr als 80 % bezeichneten sich als chronisch erkrankt,
  • 39 % berichteten von einer schweren bis sehr schweren Erkrankung,
  • 25 % waren von Berufsunfähigkeit betroffen.

Diese Zahlen stammen aus Befragungen von Betroffenen und sind daher nicht mit epidemiologischen Bevölkerungsstudien gleichzusetzen. Sie machen jedoch deutlich, wie schwer die gesundheitlichen und persönlichen Folgen für einen Teil der Betroffenen sein können.

nano-Control sind darüber hinaus mehr als 20 Todesfälle bekannt, bei denen nach Angaben der Organisation ein Zusammenhang mit einer Erkrankung durch Toner vermutet wird. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen einer einzelnen Erkrankung und einer Druckerexposition muss dabei jeweils medizinisch und wissenschaftlich geprüft werden.

Hinter den Zahlen stehen Menschen und ihre persönlichen Schicksale. Einige davon dokumentiert nano-Control auf der Website:

Schicksale von Betroffenen

Was sagt die Forschung?

Die gesundheitlichen Wirkungen von Tonern und Druckeremissionen werden seit Jahren wissenschaftlich untersucht. Dabei wurden unter anderem oxidativer Stress, Entzündungsreaktionen, allergische Reaktionen und Veränderungen auf zellulärer Ebene beschrieben.

Untersuchungen fanden solche Effekte sowohl in Zell- und Tierversuchen als auch in Studien mit Menschen. Dabei wurden teilweise bereits nach vergleichsweise kurzen Expositionszeiten biologische Veränderungen beobachtet.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Untersuchungen, bei denen die Auswirkungen von Laserdruckeremissionen auf menschliche Zellen oder auf biologische Prozesse untersucht wurden. In einzelnen Studien wurden unter anderem Veränderungen von Genaktivitäten beschrieben, die mit Entzündungsreaktionen und immunologischen Prozessen in Verbindung stehen.

Diese Ergebnisse sind ein wichtiger Hinweis darauf, dass Druckeremissionen biologisch wirksam sein können. Sie bedeuten jedoch nicht automatisch, dass jede Exposition zu einer Erkrankung führt oder dass eine bestimmte Erkrankung bei einem einzelnen Menschen allein durch einen Laserdrucker verursacht wurde. Entscheidend sind unter anderem Art und Zusammensetzung der Emissionen, Konzentration, Expositionsdauer und individuelle Empfindlichkeit.

Besondere Aufmerksamkeit bei Allergien und individueller Empfindlichkeit

Menschen mit bestehenden Allergien oder einer besonderen Empfindlichkeit der Atemwege können möglicherweise besonders sensibel auf bestimmte Bestandteile der Raumluft reagieren.

In diesem Zusammenhang werden auch Metalle wie Nickel, Kobalt oder Aluminium sowie auch Gadolinium und P-Phenylendiamin diskutiert, die in Tonern beziehungsweise den verwendeten Materialien vorkommen können. Für Menschen mit entsprechenden Kontakt- oder Metallallergien kann es daher sinnvoll sein, mögliche Expositionen möglichst zu vermeiden und Beschwerden ärztlich abklären zu lassen.

Auch die Nanoforschung beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie ultrafeine und nanoskalige Partikel in die Atemwege gelangen und welche biologischen Reaktionen sie auslösen können.

Ultrafeine Partikel und die Frage nach ihrer Ablagerung im Körper

Laserdrucker und Kopierer können während verschiedener Betriebszustände ultrafeine Partikel und weitere flüchtige oder partikelförmige Stoffe freisetzen. Aufgrund ihrer geringen Größe können ultrafeine Partikel tief in die Atemwege gelangen.

Die Frage, in welchem Umfang solche Partikel anschließend im Körper verbleiben, sich in Gewebe einlagern oder über die Lunge in andere Bereiche gelangen können, ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.

nano-Control hat hierzu Untersuchungen in Auftrag gegeben beziehungsweise dokumentiert, bei denen Partikel und Bestandteile aus Tonern in menschlichem Gewebe beziehungsweise in Zellmodellen untersucht wurden.

So wurden unter anderem folgende Beobachtungen berichtet:

  • Pathologen in Rostock untersuchten im Auftrag von nano-Control Gewebe eines verstorbenen Krebspatienten, eines ehemaligen Servicetechnikers. Dabei wurden nach Angaben der Organisation Kohlenstoff-Nanopartikel in Lungenzellen festgestellt, die mit Tonerpartikeln in Verbindung gebracht wurden.
  • In Essen wurden nach Angaben von nano-Control Kohlenstoff-Nanopartikel in der Bauchhöhle einer Bankangestellten nachgewiesen, die über einen längeren Zeitraum neben einem Laserdrucker gearbeitet hatte.
  • Forscher des IUK Freiburg untersuchten die Wirkung von Druckeremissionen auf menschliche Lungenzellen. Dabei wurde beobachtet, dass sich Tonerbestandteile beziehungsweise Metalle in den Zellen anreichern und oxidativen Stress auslösen können.

Solche Befunde sind wissenschaftlich relevant. Sie sollten jedoch sorgfältig interpretiert werden: Der Nachweis von Partikeln in Gewebe beweist für sich allein noch keine bestimmte Krankheitsursache. Um einen ursächlichen Zusammenhang zwischen einer Exposition und einer konkreten Erkrankung nachzuweisen, sind weiterführende Untersuchungen erforderlich.

Die zentrale Frage bleibt deshalb: Wie hoch ist die tatsächliche Belastung im Alltag und welche gesundheitlichen Folgen können sich daraus bei langfristiger Exposition ergeben?

Mehr zum Stand der Forschung

Wenn Gesundheit, Beruf und soziale Existenz betroffen sind

Chronische gesundheitliche Beschwerden können weitreichende Folgen haben. Insbesondere Erkrankungen der Atemwege können langfristige medizinische Behandlungen, wiederholte Arbeitsunfähigkeiten und im schlimmsten Fall eine dauerhafte Einschränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit nach sich ziehen.

Für Betroffene entsteht dabei häufig eine besonders schwierige Situation: Die Beschwerden sind nicht immer eindeutig einer bestimmten Ursache zuzuordnen. Gleichzeitig kann die Belastung am Arbeitsplatz fortbestehen, wenn Drucker oder Kopierer weiterhin in unmittelbarer Nähe betrieben werden.

Betroffene berichten deshalb nicht selten von erheblichen Problemen im beruflichen und persönlichen Umfeld. Hinzu kommen die wirtschaftlichen Folgen durch Behandlungskosten, Arbeitsausfälle, Einkommensverluste und gegebenenfalls Berufsunfähigkeit.

Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Wenn gesundheitliche Beschwerden im Zusammenhang mit einer beruflichen Exposition stehen, stellt sich auch die Frage nach dem gesetzlichen Schutz der Beschäftigten.

Die gesetzliche Unfallversicherung hat die Aufgabe, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten sowie die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Versicherten mit geeigneten Maßnahmen wiederherzustellen und die Betroffenen unter den gesetzlichen Voraussetzungen zu entschädigen.

Aus Sicht von nano-Control besteht hier seit Jahren ein erhebliches Problem. Die Organisation kritisiert insbesondere, dass gesundheitliche Risiken durch Toner- und Druckeremissionen von Teilen der gesetzlichen Unfallversicherung und der Druckerindustrie nicht ausreichend anerkannt würden.

Für Betroffene können Verfahren zur Anerkennung einer Berufskrankheit deshalb zu einer erheblichen Belastung werden. Sie müssen häufig über einen langen Zeitraum medizinische Unterlagen zusammentragen, Expositionen nachweisen und den möglichen Zusammenhang zwischen Arbeitsplatz und Erkrankung belegen.

Die Folgen treffen nicht nur die Betroffenen

Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf die erkrankten Menschen selbst.

Auch Arbeitgeber, Sozialversicherungssysteme und die Gesellschaft insgesamt können durch arbeitsbedingte Erkrankungen belastet werden. Dazu gehören Kosten für medizinische Behandlung, Arbeitsunfähigkeit, Rehabilitation, berufliche Wiedereingliederung und gegebenenfalls Renten- oder Entschädigungsleistungen.

Wenn eine Erkrankung tatsächlich durch eine berufliche Exposition verursacht wurde, verschwindet das Problem nicht dadurch, dass sie nicht als Berufskrankheit anerkannt wird. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen bestehen unabhängig von der rechtlichen Einordnung fort.

In einem von nano-Control dokumentierten Fall wurde der wirtschaftliche Schaden einer anerkannten Erkrankung durch Tonerstäube für einen öffentlichen Arbeitgeber mit mehr als einer Million Euro beziffert.

Das zeigt: Die Frage nach den Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern ist nicht nur eine Frage des individuellen Gesundheitsschutzes. Sie hat auch eine arbeitsmedizinische, soziale und volkswirtschaftliche Dimension.

Gesundheitsschutz ernst nehmen

Angesichts der möglichen gesundheitlichen Auswirkungen sollte die Belastung durch Laserdrucker und Kopierer nicht unterschätzt werden.

Wo regelmäßig gedruckt und kopiert wird, sind deshalb geeignete Maßnahmen zur Minimierung der Emissionen und zur Verbesserung der Raumluft sinnvoll. Dazu gehören beispielsweise eine

  • Separate Räume: geeignete Aufstellung der Geräte
  • Filter: Laserdrucker (tonerbasierte Drucksysteme) nie ohne Filter betreiben!
    Unser Partner Cleanoffice filtert bis zu 96%* aller Feinstaub- und Ultrafeinstaubpartikel aus Laserdruckern.
  • Messen: Erfassung ultrafeiner Partikel über Anzahlkonzentrationen
  • ausreichende Lüftung und – die Vermeidung unnötiger Exposition.
  • Raumluftreiniger: Reduzieren Sie die Menge der ultrafeinen Partikel!
  • Gerätetausch: Sicher drucken mit Tinte statt Toner – ein Muss im Home-Office!
  • Weniger drucken: Sie schonen die Umwelt, Ihre Gesundheit + den Geldbeutel!

Wer wiederholt Beschwerden feststellt, die zeitlich mit dem Aufenthalt in der Nähe von Laserdruckern oder Kopierern zusammenhängen, sollte dies medizinisch abklären lassen und den möglichen Zusammenhang mit der Arbeitsplatzexposition dokumentieren.

nano-Control unterstützt Betroffene dabei, mögliche Zusammenhänge zu prüfen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.