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Die Antwort

Antwort im Auftrag
der Bundeskanzlerin
am 18. September 2017 Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Krüger,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.
Ihr Anliegen ist nachvollziehbar, weil sich die Menschen in Mitteleuropa heute durchschnittlich 90 Prozent der Zeit in Innenräumen aufhalten. Sie sind dort vielen Substanzen ausgesetzt – nicht alle sind gesundheitlich unbedenklich.

Die Bundesregierung ist sich dessen bewusst und hat gehandelt. So wurde der Ausschuss für Innenraumrichtwerte (AIR) eingerichtet, der bundeseinheitliche, gesundheitsbezogene Richtwerte für Schadstoffe in der Innenraumluft festlegt. In dieser Arbeitsgruppe arbeiten Expertinnen und Experten des Bundes und der Länder zusammen. Die Geschäftsstelle führt das Umweltbundesamt (UBA).
Auf der Grundlage toxikologischer Untersuchungen hat der AIR für eine Reihe von gesundheitsschädlichen Substanzen Innenraumrichtwerte abgeleitet. Als Richtwert I (RW I) gilt dabei die Raumluftkonzentration einer Substanz, bei deren Erreichen oder Unterschreiten selbst nach lebenslanger Belastung keine gesundheitlichen Wirkungen zu erwarten sind (Vorsorgewert). Der RW II bezeichnet den Wert, bei dessen Überschreiten sofortiges Handeln zur Minimierung der Raumluftbelastungen erforderlich ist (Eingreifwert).
Anhand dieser Richtwerte lässt sich im Einzelfall abschätzen, ob bestimmte Schadstoffkonzentrationen gesundheitlich bedenkliche Werte erreichen und Maßnahmen nötig sind. Das UBA hat auf seiner Internetseite eine Liste aller Innenraumrichtwerte eingestellt und bietet dazu auch Informationsveranstaltungen an.

Weitere Hinweise finden Sie hier:

Informationen des Ausschusses für Innenraumrichtwerte
http://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/kommissio…
Schwerpunkte 2017: Jahrespublikation des Umweltbundesamtes
http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/schwerpunkte-…
Fachgespräch „Gesundheitliche Bewertung der Innenraumluftqualität“ am 15. September 2017
http://www.umweltbundesamt.de/service/termine/fachgesprae…
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

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Grüne fordern von der Bundesregierung Schutz der Innenraumluft, speziell auch vor Laserdruckern

ITG-Logonano-Control begrüßt den Antrag der Grünen Bundestagsfraktion „Innenraumluft sauber halten – Partikelfreisetzungen aus Laserdrucken beenden“ (Drucksache 18/10874) an die Bundesregierung und fordert die zuständige Bundesumweltministerin auf, gemeinsam mit den  Ministerkollegen für Arbeit, Gesundheit, Verbraucherschutz und Bildung und im Dialog mit den Bürgern das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit zu schützen!

Lebensgefährlicher Fein- und Ultrafeinstaub, nicht nur in der Außenluft

Feinstaub verursacht nicht nur Entzündungen der Atemwege, sondern kann zu Herzinfarkt, Schlaganfällen, Thrombosen und zu Krebs führen. Feinstaub gehört zu den größten Gesundheitsgefahren unserer Zeit und tötet allein in Deutschland jährlich über 50.000 Menschen, viel mehr, als der Straßenverkehr. Die EU-Grenzwerte schützen bisher nur die Außenluft. Tatsächlich halten wir uns aber zu 80-90 % in Räumen auf. Raumluft ist unmittelbare Atemluft und deshalb schützenswert wie ein Lebensmittel. Doch hier gibt es bisher keinen gesetzlichen Schutz. Die Grenzwerte beziehen sich bisher auch nur auf Feinstäube von einer Partikelgröße von 10- 2,5 µm, nicht aber auf die noch gefährlicheren ultrafeinen und Nanopartikel. Tatsächlich liegt die Feinstaubgrundbelastung in deutschen Büros über dem EU-Außengrenzwert von 40 µg/ m3. Wenn draußen Fahrverbote drohen, werden drinnen die Laserdrucker erst eingeschaltet und blasen Milliarden Partikel pro Seite und ungefiltert in die Atemluft!

Fatale Folgen

Laserdrucker und Kopierer sind mit etwa einer Milliarde Geräte weltweit eine der größten Belastungsquellen für Feinstäube und ultrafeine Partikel in Innenräumen. Allein in deutschen Haushalten gibt es fast 10 Millionen Laserdrucker (Quelle Statista). Fast eine Billion ultrafeine Partikel in nur 10 Minuten wurden gemessen. Über 150 Studien aus aller Welt bestätigen die Emissisonen und die gesundheitsschädigende Wirkungen (vgl. UMG 3/2016). Danach kommt es zu  Entzündungen,  zellschädigendemn oxidativen Stress, allergischen Reaktionen und sogar DNA-Schäden. Es gibt sogar Hinweise auf Demenz. Hervorzuheben sind v.a. die Studien des Harvard Center for Nanotechnology and Nanotoxicology und des IUK Freiburg, das in Zusammenarbeit mit nano-Control maßgeblich zur Aufklärung der Gefahren beigetragen hat. Die schädigenden Effekte wurde auch bei gesunden Menschen nachgewiesen und betreffen somit Jede/n. Tausende registrierte Geschädigte, darunter auch Kinder und Todesfälle, sind also nur die Spitze eines globalen Problems. Die Schäden durch die verursachten chronischen Erkrankungen und Berufsunfähigkeiten gehen in die Milliarden.

Luftverschmutzung macht krank – Wir machen uns stark für gesunde Raumluft

Mit der online-Petition „Machen Sie sich stark für gesunde Raumluft“ auf Campact we act (https://weact.campact.de/p/gesunde-raumluft-tinte-statt-toner) fordert nano-Control von  Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und ihre Minister-Kolleginnen und Kollegen für Gesundheit, Arbeit, Verbraucherschutz und Forschung den Schutz der Raumluft und der Gesundheit der Bürger, speziell vor Laserdruckern sowie einen menschenwürdigen Umgang mit Umwelterkrankten und die Stärkung der klinischen Umweltmedizin.

Die amtliche Psychiatrisierung von Umwelterkrankten und der menschenverachtende Umgang mit Arbeitnehmer in Berufskrankheitenverfahren ist skandalös, ebenso wie die Zerschlagung von Deutschlands größtem Insititut für Umweltmedizin in Freiburg nach dem Motto, keine Umweltmedizin – keine Umwelterkrankten.

Die Bundesregierung wies am 25.08.2016 in dem Artikel Schadstoffemissionen senken – Luftverschmutzung macht krank öffentlich auf die Gefahr lebensgefährlicher Erkrankungen, wie Entzündungen der Atemwege, Thrombosen und Lungenkrebs durch Ultrafeinpartikel aus Laserdruckern hin. Das Vorsorgeprinzip zwingt nun zu Schutzmaßnahmen.

Zum Glück gibt es Lösungen

Moderne Tintendrucker sind längst genauso leistungsstark oder schneller als Tonerdrucker und sparen laut Herstellerangaben bis zu 96 % Strom, 94 % Material und Abfall und 50 % Druckkosten. Vor allem aber sind sie emissionsarm und schonen die Gesundheit. Filter für Laserdrucker können die Emissionen deutlich reduzieren. Konica Minolta baut als erster Hersteller in alle Drucker und Kopierer sogar Filter ein. Brother bietet immerhin Adapter für Nachrüstfilter.

Das Problem ist also gesundheits- und umweltverträglich sowie wirtschaftsfreundlich lösbar.

nano-Control fordert Rückrufaktionen für Laserdrucker

nano-Control hat die zuständigen Minister aufgefordert, geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen und für die vollständige Erforschung der schädigenden Wirkungen zu sorgen, auch im Hinblick auf die Gefahren von Burnout, Krebs und Demenz sowie auf private und öffentliche Schadenersatzanspüche.

nano-Control fordert die Druckerhersteller auf, unverzüglich Druckgeräte mit gesundheitsschädigenden Emissionen mit geeigneten Filtern nachzurüsten oder vom Markt zurückzurufen. Vorrangig gilt dies im Breich von Kindern, Schwangeren und chronisch kranken Menschen, vor allem an Schulen, Kitas und im Gesundheitsbereich. Wir weisen auch darauf hin, dass die Schädigungen von Menschen durch Partikelemissionen aus Laserdruckern strafbar sind. Aus den Erfahrungen des VW-Skandals sollte man klug werden.

Dell, Samsung und Lexmark haben 2016 angekündigt, sich sich aus dem Druckergeschäft zurückzuziehen.

 

Kontakt

E-Mail: info@nano-control.org

F1-Weltmeister Lewis Hamilton überlebt Farbanschlag!

Laserdrucker und das Vorsorgeprinzip – als hätten wir schon CETA

Die Bundesregierung weist erstmals auf schwere Gesundheitsgefahren durch Ultrafeinpartikel aus Laserdruckern hin. nano-Control begrüßt die späte Einsicht und fordert angesichts von Millionen betroffenen Bürgern mit einer Petition konkrete Maßnahmen, insbesondere den Schutz des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit, entsprechend dem geltenden Vorsorgeprinzip!

Es fühlte sich lange an, als hätte die Bundesregierung  das Vorsorgeprinzip schon CETA geopfert. Über 15 Jahre spielte sie die massiven Hinweise aus der Bevölkerung auf schwere Gesundheitsschäden durch Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern herunter, unterlies die zugesagte Aufklärung der Wirkungen und vereinbarte stattdessen mit der Druckerindustrie,  dass diese selbst an den Partikeln forschen lässt. Das ist ungefähr so, als würde man die Zigarettenindustrie bitten, den Tabakrauch auf Schädlichkeit zu untersuchen. Statt Aufklärung der Wirkung gab es nur Vernebelung: die Emissionen seien vergleichbar der von Haushaltsgeräten. Den Studienleiter des industrienahen Institutes machte das Bundesumweltministerium zum Vorsitzenden der Konferenz Innenraumlufthygiene beim Umweltbundesamt und die sieht seit Jahren keinen Handlungsbedarf.

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