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Sehr geehrte Frau Bundesumweltministerin Lemke,

sehr geehrter Herr Bundesarbeitsminister Heil,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

innerhalb von nur zwei Jahren haben sich unsere Welt und viele Rahmenbedingungen dramatisch verändert. Wir müssen vieles für uns selbst aber auch besonders für zukünftige Generationen neu denken. Dies betrifft insbesondere auch die Basis- und Rahmenbedingungen für unser aller Leben.

Die Stiftung nano-Control setzt sich seit vielen Jahren satzungsgemäß für die Schaffung von Rahmenbedingungen (Schaffung von gesetzlichen Grenzwerten) zur nachhaltigen Verbesserung der Innenraumluftqualität ein. Unser erklärtes Ziel ist die Vermeidung gesundheitsschädigender Auswirkungen von feinen und ultrafeinen Stäuben und Chemikalien in Innenräumen durch moderne Massentechnologien und Produkte.

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es bis heute keine gesetzlichen Regelungen zur quantitativen und qualitativen Messung und Beurteilung der Innenraumluftqualität.

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Mit dem Blauen Engel garantiert die Bundesregierung Produkten höchsten Umwelt- und Gesundheitsschutz. Im Falle von Laserdruckern äußert nano-Control seit Jahren schwere Bedenken an der Verlässlichkeit der Bewertung und warnt vor Risiken

(lifePR) ( Hoya, )

Der Traum vom papierlosen Büro ist zwar nicht ausgeträumt und die fortschreitende Digitalisierung bietet immer mehr Möglichkeiten, um auf Papier zu verzichten, im Alltag werden diese jedoch weiterhin nur sehr begrenzt umgesetzt. Laut einer Studie1 werden in Deutschland pro Tag und Kopf durchschnittlich 26 A4-Seiten bedruckt. Dabei gewinnen Laserdrucker, sowohl im gewerblichen als auch im privaten Einsatz, zunehmend an Bedeutung. Ihre Druckqualität und Leistungsfähigkeit, verbunden mit stetig sinkenden Anschaffungspreisen, können immer häufiger überzeugen. Der verstärkte Trend zur Arbeit im Homeoffice trägt zusätzlich dazu bei, dass Laserdrucker immer mehr private Arbeitszimmer und Wohnbereiche erobern.Der Traum vom papierlosen Büro ist zwar nicht ausgeträumt und die fortschreitende Digitalisierung bietet immer mehr Möglichkeiten, um auf Papier zu verzichten, im Alltag werden diese jedoch weiterhin nur sehr begrenzt umgesetzt. Laut einer Studie1 werden in Deutschland pro Tag und Kopf durchschnittlich 26 A4-Seiten bedruckt. Dabei gewinnen Laserdrucker, sowohl im gewerblichen als auch im privaten Einsatz, zunehmend an Bedeutung. Ihre Druckqualität und Leistungsfähigkeit, verbunden mit stetig sinkenden Anschaffungspreisen, können immer häufiger überzeugen. Der verstärkte Trend zur Arbeit im Homeoffice trägt zusätzlich dazu bei, dass Laserdrucker immer mehr private Arbeitszimmer und Wohnbereiche erobern.

„Ein Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken, die mit der Nutzung eines Laserdruckers verbunden sind, ist in der Bevölkerung leider bisher kaum ausgeprägt“, weiß Heike Krüger, Vorstand von nano-Control, internationale Stiftung. „Vorhandene Bedenken werden in vielen Fällen durch den Blauen Engel als vermeintlicher Unbedenklichkeitsnachweis weggewischt. Wir halten diesen Freibrief für gefährlich und ein falsches Zeichen, das von den tatsächlichen Risiken durch Laserdrucker in Büros, im Homeoffice oder sogar in Kinderzimmern unverantwortlich ablenkt.“

Die von nano-Control erkannte Gesundheitsgefährdung durch Laserdrucker entsteht durch im Druckbetrieb nachgewiesene Feinstaub-Emissionen. Ultrafeine (UFP) und Nanopartikel gelangen in die Umgebungsluft, reichern sich hier an, verteilen sich selbst über getrennte Innenräume und gelangen über die Atemwege in den menschlichen Körper. Die Zusammensetzung dieses Tonerstaubs ergibt sich aus den Inhaltsstoffen des von Laserdruckerherstellern entwickelten Farbmittels. Über die exakte Zusammensetzung dieser Tonerpulver ist öffentlich wenig bekannt. Unstrittig ist jedoch, dass der Toner  selber als giftig gekennzeichnet ist. Eine von nano-Control beauftragten aufwendigen Analyse hat bereits 2017 in handelsüblichen Tonern vor allen Dingen metallische Partikel, Carbon Black (Kohlenstoff) sowie flüchtige organische Verbindungen nachgewiesen, die als Nanopartikel und UFP von Laserdruckern an die Raumluft abgegeben werden. Partikeln in einer Größe zwischen 1 und 100 nm (per Definition Nanopartikel) gelangen aufgrund ihrer geringen Größe über die Haut und vor allen Dingen über die Atemwege in den menschlichen Blutkreislauf und überwinden die Blut-/Hirnschranke.

Über die Gefahren dieser Giftstoffe für den menschlichen Organismus wurde bereits viel geforscht und die Diskussion über Toxizität und potenziell kanzerogene (krebserregende) Wirkung wird auf unterschiedlichen Ebenen intensiv geführt.

„Während in anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Belastung der durch Diesel-Feinstaub, umfangreiche Maßnahmen ergriffen werden, um Mensch und Umwelt zu schützen, scheint sich die Gefahr in Innenräumen dem Interesse der Verantwortlichen weitgehend zu verschließen“, erklärt Heike Krüger. „Der Blaue Engel ist in unseren Augen aktuell auf jeden Fall nicht geeignet, angemessen mit den Risiken durch Laserdrucker umzugehen.“

Mit dem Blauen Engel kennzeichnet das Umwelt Bundesamt Produkte, die nach eigener Bewertung „die Umwelt wenig belasten und dabei hohe Ansprüche zum Schutz der Gesundheit erfüllen“.2 Laserdruckgeräte erhalten den Blauen Engel, wenn sie maximal 350 Milliarden Nanopartikel ab einer Größe von 7 nm in einer Druckzeit von 10 Minuten ausstoßen. Die Zusammensetzung der oft problematischen Chemikalien ist bis heute nicht vollständig bekannt.

„Diese Kriterien vernachlässigen nicht nur die Gefahren durch vermeintlich geringe Konzentrationen, sie ignorieren auch deutlich kleinere und deshalb potenziell viel gefährlichere ultrafeine Partikel kleiner 7 nm vollständig“, betont Heike Krüger „Diese Teilchen sind nachweislich in der Lage, ungehindert über die Atemwege ins Gehirn zu gelangen. Ob und in welchem Umfang sie von Laserdruckern erzeugt werden, wird aber schlicht nicht geprüft. Wir halten dies für grob fahrlässig und unverantwortlich und insofern den Blauen Engel für das falsche Signal.“

Darüber hinaus kritisiert nano-Control die Vergabepraxis beim Blauen Engel. Einerseits dürfe eine Auszeichnung nicht mit einer laut nano-Control dringend erforderlichen übergreifenden regelmäßigen Kontrolle, Überwachung und sinnvollen Vorschriften verwechselt werden, andererseits befasse sich das Umweltbundesamt in Gestalt des Blauen Engels ausschließlich mit Neugeräten. Die große Zahl an Geräten im Einsatz, die älter als fünf Jahre sind, bleiben gänzlich unbeachtet.

„Studien befassen sich mit Staubsaugern, Toastern, Kerzenbrand und Bratdämpfen. Holzöfen müssen auch noch nachträglich mit Feinstaubfiltern ausgestattet werden und in Städten werden Umweltzonen eingerichtet“, beschreibt Heike Krüger die Aktivitäten des Umweltbundesamtes und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin im Hinblick auf die Feinstaubbelastung. „Laserdrucker dagegen stehen weiterhin in Büros, Wohnzimmern und Kinderzimmern und die eigentlich zuständigen Behörden belassen es bei Empfehlungen, versperren sich aber offensichtlich seit mehr als 15 Jahren der dringend erforderlichen Erforschung potenzieller Gefahren. Es gibt bis heute keine technischen Regeln für diese Geräte.“

Im Rahmen ihrer Arbeit dokumentiert nano-Control auch die Fälle gesundheitlich Betroffener. Inzwischen sind fast 4.000 Fälle bei der Stiftung verzeichnet, die einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Feinstaub aus Laserdruckern und Erkrankungen bis hin zu Todesfällen nahelegen. Seitens der Behörden wird diese Verbindung weitgehend bestritten oder als nicht nachgewiesen bezeichnet, eine weiterführende Untersuchung jedoch offensichtlich nicht angestrebt.

Mit ihrem „10-Punkte-Plan für die Innenraumluft und die Umweltmedizin“ will nano-Control die zuständigen Stellen für das Thema sensibilisieren und Rahmenbedingungen für den Umgang mit dem Risikofaktor Laserdrucker schaffen. Dabei hoffen die Verantwortlichen der internationalen Stiftung auf stärkere Resonanz als diese von Verantwortlichen in der Vergangenheit gezeigt wurde. So wurde beispielsweise die Annahme einer von insgesamt 5.000 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnete Petition unter dem Titel „Schlimmer als Asbest“ seitens der zu diesem Zeitpunkt amtierenden Bundesumweltministerin Barbara Hendricks verweigert.

Solange die Behörden keine Regelungen treffen, empfiehlt bzw. fordert nano-Control:

  • Schutz vor Feinstaub in der Atemluft – Lüften, Lüften, Lüften!
  • Sicher drucken mit Tinte statt Toner!
  • Toner nie ohne Filter, sorgen Sie für saubere Luft in Ihrem Büro!
  • Laserdrucker und Kopierer verpflichtend in separate Räume stellen!

Link zur Pressemitteilung auf lifePR

Link zur Pressemitteilung auf Bundesverband Deutscher Stiftungen

 An die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland Dr. Angela Merkel
Den Bundespräsidenten Dr. Frank-Walter Steinmeier
Die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Länder
Die Bundesumweltministerin Svenja Schulze
Den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
Die Gesundheitsminister und Gesundheitsministerinnen der Länder

  1. April 2021
  • Laserdrucker belasten die Atemluft mit Aerosolen
  • Corona-Virus Sars-CoV-2 nutzt elektrostatisch aufgeladene Laserdruckerpartikel zum Transport
  • Saubere Luft in Innenräumen reduziert Risiken signifikant

 

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel, sehr geehrter Herr Bundespräsident Dr. Steinmeier, sehr geehrte Frau Schulze, sehr geehrter Herr Bundesminister Spahn, sehr geehrte Damen und Herren Ministerpräsidenten, sehr geehrte Damen und Herren,

 

die Corona Pandemie hält uns Menschen weltweit seit mehr als einem Jahr in Atem. Tagtägliche Meldungen bezüglich der Gefahren verunsichern uns mehr und mehr. Die Vielzahl der unterschiedlichen Regelungen lassen unser Land zunehmend ermüden.

Wir möchten Ihnen die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft in einem Übersichtspapier der Stiftung nano-Control überbringen. Internationale Forschung, auch aktuell aus der Aerosolforschung  zeigt die Problematik  bezogen auf die in den Innenräumen üblicherweise vorhandenen Partikeln und den SARS-CoV-2 Viren auf.

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  • Laserdrucker belasten die Atemluft mit Aerosolen

  • Corona-Virus Sars-CoV-2 nutzt elektrostatisch aufgeladene Laserdruckerpartikel zum Transport

  • Saubere Luft in Innenräumen reduziert Risiken signifikant

Übersichtspapier

 

Das Corona-Virus trifft uns Menschen mitten ins Herz. Industrienationen mit einer hohen Luftverschmutzung und einer immer älter werdenden Bevölkerung sind in dieser Pandemie besonders betroffen.

Die Wissenschaft hat im Jahr 2020 in Rekordzeit und in einer bisher einmaligen weltweiten Zusammenarbeit neueste Erkenntnisse für den Kampf gegen das Corona-Virus gewinnen können. Schon im April 2020 meldeten Forscher weltweit, dass sie Zusammenhänge sähen zwischen hoher Feinstaubbelastung und der Sterblichkeit bei Sars-CoV-2-Infektionen.

Luftverschmutzung hat Auswirkungen auf die Gesundheit

Viele Menschen leiden „z. B. an Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen, Diabetes,  Leber- und/oder Nierenerkrankungen, Krebserkrankungen oder sind durch Risikofaktoren wie Adipositas und Rauchen belastet. Ein höheres Risiko tragen grundsätzlich Menschen mit einem unterdrückten Immunsystem.“ 1

 Langzeitexposition erhöht die Risikofaktoren für schweren COVID-19-Verlauf

„Wenn die langfristige Belastung durch Luftverschmutzung und eine Infektion mit SARS-CoV-2 zusammenkommen, dann wirkt sich das negativ auf die Gesundheit aus – insbesondere auf Herz- und Blutgefäße“, erklärte der Kardiologe und Ko-Autor der Studie, Thomas Münzel. Er hält es für wahrscheinlich, dass Luftverschmutzung das Risiko an COVID-19 zu erkranken sowie auch Herzproblematiken erhöht.“ 2

„Corona“-Lockdown rettet Menschenleben, denn Feinstaub führt zu vorzeitigen Todesfällen

„Wir schätzen, dass schon in den ersten zwei Wochen der Lockdowns weltweit etwa 7400 vorzeitige Todesfälle und 6600 Fälle von Asthma bei Kindern vermieden wurden“, sagt Seniorautor Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie. Ein Großteil dieser Fälle geht dabei auf die zumindest regional deutlich verringerte Feinstaubbelastung zurück. 3

Dicke Luft im Innenraum

 

Laserdrucker sind eine relevante Quelle ultrafeiner Partikel im Innenraum

Die Außenluft hat sich in den ersten Monaten der Pandemie stark verbessert, aber was ist mit der Innenraumluft?

Europäer verbringen über 90 % ihrer Zeit in Innenräumen. Damit ist die Belastung durch Luftverschmutzung in Innenräumen (einschließlich Chemikalien) ein sehr wichtiger Gesundheits-risikofaktor, der kontrolliert und reduziert werden muss (WHO, 2015). Bis heute gibt es keine Aktivitäten unserer Politik, sich diesem in vieler Hinsicht lebenswichtigem Thema anzunehmen.

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