Beiträge

 An die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland Dr. Angela Merkel
Den Bundespräsidenten Dr. Frank-Walter Steinmeier
Die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Länder
Die Bundesumweltministerin Svenja Schulze
Den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
Die Gesundheitsminister und Gesundheitsministerinnen der Länder

  1. April 2021
  • Laserdrucker belasten die Atemluft mit Aerosolen
  • Corona-Virus Sars-CoV-2 nutzt elektrostatisch aufgeladene Laserdruckerpartikel zum Transport
  • Saubere Luft in Innenräumen reduziert Risiken signifikant

 

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel, sehr geehrter Herr Bundespräsident Dr. Steinmeier, sehr geehrte Frau Schulze, sehr geehrter Herr Bundesminister Spahn, sehr geehrte Damen und Herren Ministerpräsidenten, sehr geehrte Damen und Herren,

 

die Corona Pandemie hält uns Menschen weltweit seit mehr als einem Jahr in Atem. Tagtägliche Meldungen bezüglich der Gefahren verunsichern uns mehr und mehr. Die Vielzahl der unterschiedlichen Regelungen lassen unser Land zunehmend ermüden.

Wir möchten Ihnen die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft in einem Übersichtspapier der Stiftung nano-Control überbringen. Internationale Forschung, auch aktuell aus der Aerosolforschung  zeigt die Problematik  bezogen auf die in den Innenräumen üblicherweise vorhandenen Partikeln und den SARS-CoV-2 Viren auf.

Diesen Weg über die Luft nutzt – wie chinesische Forscher zeigen konnten – das Coronavirus als Transportmittel von Mensch zu Mensch. Die Forscher identifizierten Laserdruckgeräte in einem Krankenhaus in Wuhan zu Beginn der Pandemie als Treiber des Infektionsgeschehens. Elektrostatisch aufgeladene Partikelemissionen aus Laserdruckgeräten halten das Coronavirus in der Luft und tragen es zu den wärmsten Punkten im Raum, in der Regel sind dies wir Menschen.

Konsens der Wissenschaft ist, dass die Übertragung der SARS-CoV-2 Viren fast ausnahmslos in Innenräumen stattfindet. ‚Clusterinfektionen‘ werden bevorzugt in Altenheimen, Wohnheimen, Schulen, bei  Veranstaltungen, Chorproben oder Busfahrten identifiziert.

Laserdruckgeräte stoßen im Schnitt 2,34 Milliarden Partikel pro Seite Druck aus und belasten die Innenraumluft signifikant mit Aerosolen und ultrafeinen Stäuben/Nanopartikeln.

Der Betrieb von mindestens 20 Millionen Geräten in Deutschland (Tendenz steigend) bedeutet  das diese in einem Großteil der Gebäude unseres Landes für eine signifikante Belastung der Innenraumluft mit Aerosolen und Stäuben sorgen. Betroffen ist fast jeder Bürger unseres Landes, denn es ist eine ubiquitäre Technologie.

Wir müssen die Menschen dafür sensibilisieren, das Augenmerk auf die Ursachen der Verbreitung des Coronavirus zu lenken – die Belastung der Innraumluft durch schädliche Schwebstoffe in der Luft welche in erheblichem Maße auch aus Laserdruckgeräten emittiert werden. Dies wäre ein großer Beitrag dazu, die Bevölkerung effektiv zu schützen und Infektionsketten zu vermeiden!

In medizinischen Einrichtungen, Wohnungen, in den Büros, in den Klassenräumen, in Wohnanlagen und in Betreuungseinrichtungen, in denen die Laserdrucker und Kopierer stehen, lauert die Gefahr der Infektion. Hier müssen Maßnahmen ergriffen werden, die Atemluft zu reinigen und dem Virus diesen Transportweg zu nehmen.

Durch die Maßnahmen der Corona-Pandemie erreichen die Laserdrucker nun durch Home Office und Homeschooling auch mehr und mehr die Privaträume und damit auch unsere Kinder. Die Kinder können den Emissionen nicht ausweichen und sind den ultrafeinen Partikeln nicht nur wenige Stunden, sondern rund um die Uhr ausgesetzt.

Die daraus resultierenden Folgen sind bis heute wissenschaftlich noch nicht untersucht.

Wir schließen uns den „goldenen Regeln zur Infektionsvermeidung“ der Aerosolforscher in ihrem Offenen Brief vom 11.04.2021 „Ansteckungsgefahren aus Aerosolwissenschaftlicher Perspektive“

an die Bundesregierung an. Zusätzlich schlagen wir folgende Maßnahmen vor, damit sich die Bürger aktiv für eine gesunde Atemluft im Innenraum engagieren können. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass wir unsere Freiheit zurückbekommen. Wir haben die Macht zu handeln:

 

  • Luftreinhaltung auf Platz 1 in der Prioritätenliste.
  • Schutz vor Feinstaub in der Atemluft – saubere Frischluft durch technische Installationen.
    Wo & wenn möglich – lüften, lüften, lüften.
  • Sicherer drucken mit Tinte statt Toner!
  • Toner basierte Druckgeräte niemals ohne effiziente Filter betreiben. Sorgen Sie für saubere Luft in Büros und anderen Innenräumen!
  • Laserdrucker und Kopierer verpflichtend in separate Räume stellen mit effizienter Luftreinigung und einem Abluftsystem!
  • Grenzwerte, Richtlinien und Maßnahmen für den Schutz der Luft in Innenräumen zum Schutz der Menschen auf der Basis unabhängiger Forschung festlegen.

Die Kombination der verschiedenen Maßnahmen wird nachhaltig zum Erfolg führen.  Die Menschen wünschen sich ihre Bewegungsfreiheit zurück. Saubere Atemluft im Innenraum ist der Schlüssel zum Erfolg.

Menschen brauchen die Freiheit, sich an der frischen Luft zu bewegen, einen Kaffee in der Fußgängerzone zu trinken. Soziale Kontakte sollten sich möglichst draußen abspielen und es sollten möglichst nicht die durch die Innenraumluftproblematik risikoreichen Kontakte in den Innenräumen befördert werden, wo diese Kontakte dann möglicherweise zu  Infektionstreibern werden.

Wir müssen zurück in ein möglichst normales Leben und mit dem Schutz der Innenraumluft haben wir eine realistische Chance darauf.

Für weitere Fragen und Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Zum Thema Innenraumluft und Verhalten von Partikeln im Innenraum haben wir uns in vielen Jahren ein umfangreiches Wissen erarbeitet. Wir sind gern bereit, unsere Erfahrungen im Rahmen zukünftiger Aerosolforschung zur Verfügung zu stellen. Nutzen wir gemeinsam diese Chance.

Mit freundlichen Grüßen

Heike Krüger, Vorsitzende
nano-Control, internationale Stiftung

 

Anhang: Übersicht nano-Control-Aerosole + Corona-Virus Sars-CoV-2_Wir stecken uns im Innenraum an

Die Übersicht finden Sie unter folgendem Link

 

  • Laserdrucker belasten die Atemluft mit Aerosolen

  • Corona-Virus Sars-CoV-2 nutzt elektrostatisch aufgeladene Laserdruckerpartikel zum Transport

  • Saubere Luft in Innenräumen reduziert Risiken signifikant

Übersichtspapier

 

Das Corona-Virus trifft uns Menschen mitten ins Herz. Industrienationen mit einer hohen Luftverschmutzung und einer immer älter werdenden Bevölkerung sind in dieser Pandemie besonders betroffen.

Die Wissenschaft hat im Jahr 2020 in Rekordzeit und in einer bisher einmaligen weltweiten Zusammenarbeit neueste Erkenntnisse für den Kampf gegen das Corona-Virus gewinnen können. Schon im April 2020 meldeten Forscher weltweit, dass sie Zusammenhänge sähen zwischen hoher Feinstaubbelastung und der Sterblichkeit bei Sars-CoV-2-Infektionen.

Luftverschmutzung hat Auswirkungen auf die Gesundheit

Viele Menschen leiden „z. B. an Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen, Diabetes,  Leber- und/oder Nierenerkrankungen, Krebserkrankungen oder sind durch Risikofaktoren wie Adipositas und Rauchen belastet. Ein höheres Risiko tragen grundsätzlich Menschen mit einem unterdrückten Immunsystem.“ 1

 Langzeitexposition erhöht die Risikofaktoren für schweren COVID-19-Verlauf

„Wenn die langfristige Belastung durch Luftverschmutzung und eine Infektion mit SARS-CoV-2 zusammenkommen, dann wirkt sich das negativ auf die Gesundheit aus – insbesondere auf Herz- und Blutgefäße”, erklärte der Kardiologe und Ko-Autor der Studie, Thomas Münzel. Er hält es für wahrscheinlich, dass Luftverschmutzung das Risiko an COVID-19 zu erkranken sowie auch Herzproblematiken erhöht.“ 2

„Corona“-Lockdown rettet Menschenleben, denn Feinstaub führt zu vorzeitigen Todesfällen

„Wir schätzen, dass schon in den ersten zwei Wochen der Lockdowns weltweit etwa 7400 vorzeitige Todesfälle und 6600 Fälle von Asthma bei Kindern vermieden wurden“, sagt Seniorautor Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie. Ein Großteil dieser Fälle geht dabei auf die zumindest regional deutlich verringerte Feinstaubbelastung zurück. 3

Dicke Luft im Innenraum

 

Laserdrucker sind eine relevante Quelle ultrafeiner Partikel im Innenraum

Die Außenluft hat sich in den ersten Monaten der Pandemie stark verbessert, aber was ist mit der Innenraumluft?

Europäer verbringen über 90 % ihrer Zeit in Innenräumen. Damit ist die Belastung durch Luftverschmutzung in Innenräumen (einschließlich Chemikalien) ein sehr wichtiger Gesundheits-risikofaktor, der kontrolliert und reduziert werden muss (WHO, 2015). Bis heute gibt es keine Aktivitäten unserer Politik, sich diesem in vieler Hinsicht lebenswichtigem Thema anzunehmen.

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Die Wissenschaft hat im Jahr 2020 in Rekordzeit und in einer bisher einmaligen weltweiten Zusammenarbeit neueste Erkenntnisse für den Kampf gegen das Corona-Virus gewinnen können.

Im Rahmen dieser Forschungen erhielt auch die Stiftung nano-Control die einmalige Chance neues, zusätzliches Wissen zu der Thematik „Schutz der Innenraumluft“ zu generieren. Dieser Wissenszuwachs, basierend auf neuesten Forschungsergebnissen, hätte unter „normalen“ Umständen in solch einer kurzen Periode niemals stattgefunden.

Seit 25 Jahren weist die Stiftung nano-Control  auf die Gefahren durch Emissionen in Innenräumen hin; in diesem Zusammenhang ganz besonders auf die Gefahren beim Betrieb  von Laserdruckern und Kopierern (tonerbasierte Drucksysteme), welche technologiebedingt besonders viele Partikel im Bereich der ultrafeinen – und Nanopartikel emittieren. Nicht die gravimetrische Masse, so aber die Partikelanzahl und die Feinheit dieser Partikel, bilden die Gefahren.

Verbindliche gesetzliche Regelungen für diese Innenraum-Luftbelastungen gibt es in Deutschland und in der EU bis heute nicht.

Hier könnte sich nun Bahnbrechendes entwickeln, wenn wir den Schutz der Innenraumluft jetzt endlich mit der notwendig gegebenen Priorität behandeln und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Wenn wir Aerosole und Feinstäube in der Innenraumluft qualifizieren und quantifizieren (Art und Menge messen), um diese dann durch geeignete Maßnahmen zu minimieren, dann minimieren wir nicht nur das Risiko für die Erkrankungen, welche direkt und unmittelbar mit diesen Emissionen einhergehen (z.B. Reizungen der Atemwege, Asthma, COPD, Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfall, Thrombosen, Verschlechterung der Hirnleistung). Wir senken auch das Infektionsrisiko durch Viren und andere aerogene Krankheitserreger signifikant.

Diese Maßnahmen sind längst überfällig.

International wird auf die Gefährdungen durch Emissionen aus Laserdruckern hingewiesen.  In der Europäischen Union müssen die (Verbraucher) Nutzer solcher Geräte auf die Gefahren hingewiesen werden, Ihnen muss das Risiko bewusst gemacht werden, um entsprechend handeln zu können:

USA

Die amerikanische Umweltbehörde EPA weist beim Thema Innenraumluft auf flüchtige organische Verbindungen (VOC) hin. Als Quelle wird auf Bürogeräte wie Kopierer und Drucker hingewiesen.
Quelle https://www.epa.gov/indoor-air-quality-iaq/volatile-organic-compounds-impact-indoor-air-quality

Australien

Der Victorian Trades Hall Council (VTHC) ist das Spitzengremium, das die angeschlossenen Gewerkschaften in Victoria vertritt.
Auf der Seite wird umfangreich über die Gefahren im Büro: Fotokopierer, Drucker usw. – Aktionsplan für HSRs informiert und ein Aktionsplan für Gesundheits- und Sicherheitsbeauftragte dargestellt.
Quelle https://www.ohsrep.org.au/office_hazards_photocopiers_printers_etc

Europäische KommissionEU Action Plan toward a Zero Pollution Ambition

Wie im Europäischen Green Deal (EGD) angekündigt, soll im Jahr 2020 eine Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit verabschiedet werden, die sich mit den Zielen der Chemikalienpolitik.
Die Strategie wird die Notwendigkeit eines Nullverschmutzungsziels anerkennen, was auch eine Verschärfung der Produktsicherheitsvorschriften erfordern könnte, um das Austreten von Chemikalien in die Umgebungsluft zu vermeiden. Im breiteren Kontext der Initiativen zu Druckern verhandelt die Industrie derzeit über eine neue freiwillige Vereinbarung zu Druckern, die auch Druckkassetten umfasst und Aspekte wie Energieeffizienz und Haltbarkeit, Reparierbarkeit, Aufrüstbarkeit, Wartung, Wiederverwendung und Recycling abdeckt.  Sollte diese freiwillige Vereinbarung nicht ehrgeizig genug sein, hat sich die Kommission zu einer Regulierung verpflichtet.

Quelle https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-9-2020-003988-ASW_EN.pdf

Deutschland

Gemeinsam mit der Industrie wurde der Blauer Engel 2014 eingeführt. Kriterium für Bürogeräte mit Druckfunktion (Drucker und Multifunktionsgeräte): Die Freisetzung von flüchtigen Stoffen und Stäuben während des Druckprozesses in die Innenraumluft soll möglichst gering sein.
Quelle www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/umweltinformationen_produkte_dienstleistungen.pdf

 

Eine chinesische Studie lässt aufmerken. Sollte sich die Hypothese bewahrheiten, dass die Partikel des Laserdruckers das Corona-Virus in der Innenraumluft von Mensch zu Mensch tragen, liegt hier ein erhöhtes Risiko von Infektionen.

Elektrostatische Feinstaubpartikel, die von Laserdruckern emittiert werden, als potenzielle Vektoren für die luftgetragene Übertragung von COVID?

Ye et al. (2020)  stellten die Hypothese auf, dass die von Laserdruckern emittierten Partikel einen potenziellen Risikofaktor für die Übertragung von SARS-CoV-2 in Büros und anderen Innenräumen mit hoher Benutzerbelegung darstellen. Die elektrostatische Ladung dieser Partikel kann bis zu 260-379 e pro Partikel betragen, was ihre Oberflächenadsorption und Ablagerung in den menschlichen Atemwegen begünstigt. Die lokale Emission durch Laserdrucker und die anschließende Diffusion erhöhen die Partikelkonzentration in der Nähe des menschlichen Atembereichs stark.

Quelle Electrostatic fine particles emitted from laser printers as potential vectors for airborne transmission of COVID? Shanshan He · Jie Han Published 1 Feb 2021 doi: 10.1007/s10311-020-01069-8

 

  • Nutzt das Corona-Virus Sars-COV2 die elektrostatisch aufgeladenen, ultrafeinen Partikel aus den Laserdruckern als Vektor?
  • Welche Rolle spielt die prozessbedingte Temperatur von 200 Grad Celsius in der Fixiereinheit der Geräte?
  • Wie verhalten sich elektrisch geladene Partikel wie ultrafeiner Staub und Aerosole, wenn Menschen sich in Räumen bewegen?
  • Können wir in Zukunft unter Einsatz des gewonnenen Wissens, durch technologischen  Fortschritt und vorgeschriebene Maßnahmen, Krankheiten vermeiden und reduzieren, welche durch nicht natürliche Belastungen unserer Atemluft (hier in Innenräumen) entstehen?
  • Können wir Transportwege aerogener Krankheitserreger (wie auch z.T. Viren) ausschalten oder entscheidend reduzieren?

Wir sehen hier eine große Chance, das Verhalten der extrem kleinen Partikel in der Raumluft besser zu verstehen und durch geeignete Maßnahmen Menschen zu schützen und Leben zu retten.

Durch die Pandemie hat sich unser Leben verändert.

Wir verbringen 80 – 90 % unserer Zeit in Innenräumen, ca. 20 Stunden/Tag.

Durch Regelungen und Anordnungen verbringen Familien einen Großteil ihrer Zeit gemeinsam zu Haus im Homeschooling und Home Office. In dieser Situation gelangen Laserdruckgeräte für Preise inzwischen unter 100,00 € immer mehr auch in unsere Privaträume.

Durch die „Corona Maßnahmen“ sind nun auch Kinder von den Ultrafeinstäuben und Aerosolen aus Laserdruckern immer stärker betroffen.

Das Bundesumweltamt erklärte 2014 in einer Stellungnahme zur Verleihung des Blauer-Engel-Preis
„Beim Gebrauch von Druckern sind deshalb wichtige Regeln zu beachten: Sie sollten immer in Räumen aufgestellt werden, die sich gut und schnell lüften lassen. Niemals sollten sie in Schlaf- oder Kinderzimmern stehen. Dies gilt auch für Geräte mit dem Blauen Engel. In Büroräumen sollen größere, netzwerkfähige Gruppenarbeitsdrucker oder Kopiergeräte nicht unmittelbar am Arbeitsplatz stehen, sondern möglichst in separaten Räumen betrieben werden, die sich gut lüften lassen.“

Was wir schon wussten über Ultrafeinpartikel und Aerosole

Bei den Laserdruckeremissionen handelt es sich um Aerosole, ultrafeine Stäube, Nanopartikel.
Lesen Sie mehr: www.nano-control.org/info/giftige-toner-unfassbare-emissionen

 

Aerosole

Bei einem Aerosol handelt es sich um kleinste, flüssige oder feste Partikel (das können zum Beispiel Viren sein, einzeln oder im Verbund mit Speichelflüssigkeit oder auch Ruß, Feinstaub etc.) in einem Gas, üblicherweise Luft. Die Partikelgröße reicht dabei von wenigen Nanometern – also einem Millionstel Millimeter – bis zu mehreren Mikrometern.
Quelle: lungenärzte-im-Netz.de  06.07.20   Wie sich Coronaviren in der Raumluft ausbreiten 

Laserdrucker emittieren  Ultrafeinpartikel (UFP), die sich aus flüchtigen organisch-chemischen Substanzen zusammensetzen«, sagt Professor Dr. Tunga Salthammer, Fachbereichsleiter am WKI.
»Eine wesentliche Eigenschaft dieser Ultrafeinpartikel ist ihre Verdampfbarkeit, die darauf hindeutet, dass es sich dabei nicht um Tonerstaub handelt.«
Der »Schuldige« ist die Fixiereinheit- ein Bauteil, das sich beim Drucken auf bis zu 220 Grad Celsius aufheizt, um die Tonerteilchen auf dem Papier zu fixieren. Durch die hohen Temperaturen verdampfen flüchtige Stoffe, etwa Paraffine und Silikonöle, die sich zu Nanoteilchen zusammenlagern.
Quelle: Fraunhofer WKI Braunschweig Dr. Michael Wensing und Prof. Dr. Tunga Salthammer,  2008

Diese Erkenntnisse haben übrigens zuerst die Ingenieure des Herstellers Kyocera Document Solutions in Japan herausgefunden und an das WKI in Braunschweig übermittelt.
Quelle: Digital Imaging Digital Imaging 6-2013 | 53

Der Vorsitz der Kommission Innenraumlufthygiene des Umweltbundesamtes wird seit ein paar Jahren extern vergeben. Den Vorsitz hat derzeit Herr Prof. Dr. Tunga Salthammer (Fraunhofer-Gesellschaft, WKI, Braunschweig). Die Geschäftsführung hat Herr Dr. Heinz-Jörn Moriske (UBA, II BU).

Welchen Effekt haben die Emissionen auf den Menschen?

Wissenschaftler der Nanyang Technological University, Singapore, Zuckerberg College of Health Science und Harvard T. H. Chan School of Public School, USA konnten einen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber Nanopartikeln und den Mikrobiomprofilen von exponierten Arbeitern feststellen. Sie  identifizierten Fusobacterium, Leptotrichia und Campylobacter. Ihre Arbeit liefert zum ersten Mal Beweise für einen Effekt der Nanopartikel-Exposition auf das menschliche Atemwegs-Bakteriom.

Quelle Assessing the Impact of Workplace Nanoparticle Exposure on the Respiratory Microbiome of Copier Operators
N.A.B. Mohamed Ali , M. Mac Aogáin 3, T.Y. Poh , P.Y.Y. Tiew 3, C.G. Ho , M.I. Setyawati , S.P.R. Krishnan , X. Huang , D. Bello , D.C. Christiani , P. Demokritou , K.W. Ng, S.H. Chotirmall
https://doi.org/10.1164/ajrccm-conference.2020.201.1_MeetingAbstracts.A3650

 

Das Chronische Fatigue Syndrom – eine unterschätzte Erkrankung
Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen leitet an der Charité in Berlin das einzige  Fatigue Centrum in Deutschland. Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS), auch myalgische Enzephalomyelitis (ME) genannt, ist eine häufige und schwer verlaufende Multisystemerkrankung mit Dysregulation des Immunsystems, des autonomen Nervensystems und des  zellulären  Energiestoffwechsels.

Quelle: cfs.charite.de

ME/CFS, MCS, Fibromyalgie, EHS sind Multisystemerkrankungen unter denen die bei nano-Control gemeldeten Betroffenen leiden, die Jahre bis Jahrzehnte den Laserdrucker-Emissionen ausgesetzt waren. Beim Nachweis der immunologischen und entzündlichen Reaktionen werden immer wieder Zytokine und Chemokine in hoher Konzentration bei diesen Menschen nachgewiesen.

Einige Experten vermuten bei ME/CFS ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren: genetische Veranlagung, Veränderungen im Gehirn, geschädigtes Immunsystem gemeinsam mit einer viralen Infektion und psychischer Disposition.

Es gibt ein großes Potential eine signifikante Verbesserung der Corona-Situation zu erreichen.

  • 20 Millionen Laserdrucker und –kopierer stehen in Deutschland in Innenräumen.
  • Sie belasten die Raumluft signifikant mit Aerosolen, Ultrafeinstäuben und Nanopartikeln.
  • Wir halten uns 90 % unserer Zeit, bis zu 20 Stunden im Innenraum auf.
  • Eine Feinstaubbelastung kann zu folgenden Krankheiten führen: Reizungen der unteren und oberen Atemwege, Asthma, COPD, Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfall, Thrombosen, Verschlechterung der Hirnleistung.
  • Corona-Virus Sars-CoV-2 bedeutet ein erhöhtes Risiko einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden, besonders bei den zuvor benannten Risiken und Erkrankungen.
  • Viren können diesen Transportweg über die Luft nutzen und so Infektionsketten erzeugen, welche nicht oder äußerst schwierig nachzuvollziehen sind.

Anhand empirischer Forschung unter Kontrolle und qualitativer Bewertung der Innenraumluft bei Berücksichtigung der Umgebungssituation und Aufnahme aller Risikofaktoren könnte man prüfen, ob Veränderungen der Aerosol- und Feinstaubsituation auch zu einer Veränderung des Infektionsrisikos führen.

Unsere Empfehlung

  • Schutz vor Feinstaub in der Atemluft  – Lüften Lüften Lüften
  • Sicher drucken mit Tinte statt Toner!
  • Laserdrucker (tonerbasierte Drucksysteme) nie ohne Feinstaubfilter einsetzen. Sorgen Sie für saubere Luft in Ihrem Büro!
  • Laserdrucker und Kopierer (tonerbasierte Drucksysteme) verpflichtend in separate Räume mit spezieller Belüftung und Entlüftung sowie Raumluftreinigung stellen!

Weitere Informationen und Studien finden Sie unter: www.nano-control.org.

Die Strategie des Nullverschmutzungsziels der Europäischen Kommission sollte auch unser Ziel sein, denn die Gesundheit der Menschen mit oder ohne Corona sollte grundsätzlich die oberste Priorität haben.

Autorin:

Heike Krüger, Vorstandsvorsitzende
nano-Control, internationale Stiftung

 

Liebe Eltern,

wir alle wollen, dass unsere Kinder die besten Möglichkeiten bekommen, gesund aufzuwachsen, die besten Bildungschancen zu bekommen und ein glückliches Leben zu führen.

Die Stiftung nano-Control ist entstanden, um eine dieser Rahmenbedingungen zu schützen: die Innenraumluft. Wir halten uns 80 – 90 % unserer Zeit, bis zu 20 Stunden im Innenraum auf. [1] Heute haben wir hierfür noch keine Regeln. Doch ist dies für jeden von uns existentiell. Bei uns haben sich 4.000 Menschen gemeldet, die unter den Wirkungen der Ultrafeinstäube und metallischen Nanopartikel aus Laserdruckern und Kopierern unter teils schweren Symptomen und Erkrankungen leiden. [2]

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Autorin: Heike Krüger
Vorstand-Vorsitzende nano-Control, Internationale Stiftung
Atmen heißt Leben – Schutz vor Feinstaub aus dem Laserdrucker
www.nano-control.org

Artikel geprüft durch Prof. Dr. Schweisfurth (Leiter des wissenschaftlichen Beirats der DGUHT e.V.)